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Geruchsempfindungen

Nach der stereochemischen Geruchstheorie von Amoore kann der Mensch nur sieben Einzelgerüche wahrnehmen:.

  1. stechend, beißend (beispielsweise Essig, Ameisensäure)
  2. faulig (beispielsweise faulende Eier, H2S)
  3. ätherisch (beispielsweise Fleckputzmittel)
  4. kampferartig (beispielsweise Mottenkugeln)
  5. moschusartig (beispielsweise Engelswurz)
  6. minzig (beispielsweise Pfefferminze)
  7. blumig (beispielsweise Rosen)

Nach Zwaardemaker können folgende Formen der Geruchsempfindungen unterschieden werden:.

  1. ätherische Gerüche (beispielsweise Apfel)
  2. aromatische Gerüche (beispielsweise Anis)
  3. balsamische Gerüche (beispielsweise Jasmin)
  4. moschusartige Gerüche (beispielsweise Patschuli)
  5. lauchartige Gerüche (beispielsweise Zwiebel)
  6. brenzlige Gerüche (beispielsweise Tabak)
  7. Kaprylgerüche (beispielsweise Käse)
  8. betäubende Gerüche (beispielsweise Opium)
  9. gestankähnliche Gerüche (beispielsweise Fäulnis)

Henning unterscheidet dagegen nur sechs Grundqualitäten:.

  1. würzig,
  2. blumig,
  3. fruchtig,
  4. harzig,
  5. brenzlig und
  6. faulig.

Nur sieben der chemischen Elemente besitzen einen Geruch, der vom menschen wahrgenommen werden kann: Arsen, Brom, Chlor, Fluor, Iod, Phosphor und Sauerstoff als Ozon.



Säugetiere

Querschnitt durch die Nasenhöhle des menschens

Während der Nervus trigeminus die ganze Schleimhaut des Naseninneren sensibel innerviert, ist für die sensorische Innervation der Regio olfactoria der 1. Die einzelnen Sinneszellen sprechen jeweils auf einen einzigen Duftstoff an, es gibt 347 unterschiedliche Zellen beim menschen (bei Hunden oder Ratten sind es über 1200 verschiedene). Dieser Bereich, der sich durch eine gelbe bis braune Farbe auszeichnet und beim Menschen nur etwa 2 x 5 cm² groß ist (beim Hund 2 x 25 cm²!), enthält die auf die Wahrnehmung von Duftmolekülen spezialisierten Sinneszellen. Dieses Gebiet wird auch als Geruchsorgan (Organum olfactus) bezeichnet. Das olfaktorische Gebiet ist auf die Riechschleimhaut (Regio olfactoria) oberhalb der oberen Nasenmuschel beschränkt.Die Rezeptionszone des olfaktorischen Systems befindet sich in der inneren Nase. In jeder Nasenhöhle beFinden sich 3 von den Nasenaußenwänden nach innen ragende, wulstartige Gebilde, die Nasenmuscheln (Conchae nasales), die den Luftstrom lenken. Hirnnerv, der Riechnerv (Nervi olfactorii) zuständig.

Da normalerweise nur geringe Mengen Teilluft zur Regio olfactoria gelangen, wird der Luftstrom bei der sensorischen Analyse mittels Schnüffeln (die Luft wird in kurzen Stößen durch die Nase gesogen) intensiviert.

Der Bulbus olfactorius ist nervös mit dem Hypothalamus verknüpft, der unter anderem wesentlich an der Steuerung der Nahrungsaufnahme und des Sexualverhaltens beteiligt ist.Über Rezeptorproteine der Zilien und darauffolgende Aktivierung der Adenylatzyklase wird ein Rezeptorpotential aufgebaut und durch das Siebbein hindurch über die Axone des Riechnerven an die im Gehirn liegenden Bulbi olfactorii geleitet, wo die zentralnervöse Verarbeitung der Duftinformation beginnt. In den beiden Bulbi werden die Reizmuster verarbeitet und analysiert.

Aus dem Riechhirn der niederen Wirbeltiere soll sich der Cortex cerebri der Säugetiere entwickelt haben.

Daneben gibt es noch ein hämatogenes Riechen, worunter man das Wahrnehmen von Riechstoffen versteht, welche ins Blut injiziert worden sind.Die eigentliche Riechempfindung, die mit Emotionen, Erinnerungen und hedonischen Urteilen stark verbunden sein kann, entsteht dann in eher unspezifischen, evolutionsgeschichtlich alten kortikalen Hirnzentren (Sprachferne der Riechempfindungen?). In diesem Bereich wird sowohl die chemosensorische Analyse der Atemluft als auch die retronasale Analyse von Speisearomen durchgeführt.

Die meisten riechenden Stoffe sind Kohlenstoffverbindungen, von den chemischen Elementen lösen nur Fluor, Brom, Chlor und Iod Riechempfindungen aus.Geruchsaktive Substanzen müssen flüchtig sein. Die Zusammenhänge zwischen den chemisch-physikalischen Eigenschaften der Riechstoffe und den resultierenden Riechempfindungen sind noch schlecht erforscht.

Die Duftwahrnehmung ist stark beeinflusst vom Hormonstatus und der Motivation. Beispielsweise führt Hypogonadismus häufig zu weitgehender Anosmie, ein hoher Östrogenspiegel zu erhöhter Geruchssensibilität oder Sättigung mit Nahrung zu einer Änderung der hedonischen Bewertung von Gerüchen.

Fäkalien- Frucht- oder Schweißgeruch werden hedonisch wenig differenziert.Die hedonische Bewertung von Riechstoffen im Gegensatz zu den Geschmackstoffen wird beim menschen weitgehend in den ersten 5-10 Lebensjahren erlernt. Während Neugeborene durch mimische Reaktion deutliche Lust- beziehungsweise Unlustreaktionen auf Reize durch Saccharose (süß) beziehungsweise Koffein (bitter) zeigen, sind die Reaktionen bei Gerüchen häufig indifferent.

Während der Wahrnehmungsraum des menschen einem Schuhkarton gleichkommt, ist derjenige des Hundes so groß wie eine Scheune. Diese Kodierung erklärt die außerordentliche Vielfalt an olfaktorischen Eindrücken und auch, wie stark sich die Wahrnehmungswelt eines Lebewesens sofort drastisch vergrößert, wenn nur eine Rezeptorart mehr (7 statt 6) und eine höhere Auflösung (30 statt 10 differenzierbare Stufen) angenommen werden.Bei der olfaktorischen Wahrnehmung erfolgt wie bei der gustatorischen eine Vektorkodierung der Eindrücke. Auch zwischen menschen wirken sich kleine Unterschiede in der Auflösung der Rezeptoren dermaßen stark aus.




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